Pfarreienfahrt in die Schweiz

Hinter Jesus her...

Hinter Jesus her – so lautete das Motto der Pilgerfahrt in die Schweiz. Vom 5.10-13. waren wir mit 50 Pilgern*innen aus fast allen Kirchorten unserer Pfarreien unterwegs.

Auf der Hinfahrt verlief zunächst alles nach Plan bis wir nach Köln kamen. Dort hatten wir aufgrund eines technischen Defektes der Bahn einen längeren Aufenthalt und mussten den Zug wechseln, dieser wollte uns aber nicht mitnehmen und so hieß es warten. Bemerkenswert war, wie gelassen die Gruppe das hinnahm. Natürlich gab es Sprüche über die Zuverlässigkeit der Bahn, aber insgesamt gesehen blieb die Stimmung in unserer Pilgergruppe gut. Die ersten beiden Tage verbrachten wir in Basel, unser Hotel lag direkt am Rhein. Hier in Basel hatten wir zweimal die Gelegenheit, die Gastfreundschaft und Willkommenskultur der Basler Pfarreien kennenzulernen, es war für mich sehr beeindruckend mit wie viel Sorgfalt und Aufmerksamkeit die Begegnungen mit uns stattfanden. Natürlich gab es in diesen beiden Tagen auch noch Zeit, Basel und „umzu“ zu erkunden. So war ich z.B. mit einer kleinen Gruppe im Kloster Mariastein, das mir gut gefallen hat.

Unsere nächste große Etappe war das „Kloster Bethanien“ in Kerns. Hier gab es zum ersten Mal so einen Eindruck, wie „man sich die Schweiz vorstellt“, ein herrliches Berg-Panorama. Am Abend gab es Spiel und Spaß für Klein und Groß und auch die anschließende freie Zeit wurde in der Klosterstube gut genutzt, um sich mit den anderen Pilgern*innen auszutauschen. Am nächsten Tag ging es hoch hinauf. Wir fuhren mit der Gondel auf über 2000 m, auf die Melchsee-Frutt. Es war toll. Danach ging ein großer Teil der Gruppe auf eine gemeinsame Wanderung, wo der ein – oder die andere doch an die eigenen Grenzen stieß, wo aber auch Kinder ganz tapfer durchhielten. Nach dem Abendessen im Kloster hatten wir eine Begegnung mit der Gemeinschaft „Chemin Neuf“. Die Gemeinschaft hat uns erläutert, wer sie sind, was sie machen und welche Vision von Kirche sie haben. Für die Kinder gab es ein eigenes Angebot.

Der folgende Tag stand ganz im Zeichen von Bruder Klaus, dem Patron der Schweiz. Doch der Tag verlief ganz anders als geplant. Am Morgen deutete es sich schon an. Nach der Einführung in den Tag regnete es und wir überlegten, ob wir noch ins Flüeli-Ranft laufen oder mit dem Bulli fahren. Unterwegs wurde der Regen immer schlimmer, es goss wie aus Kübeln und alle Wanderer waren nass bis auf die Knochen. Was war zu tun? Pfr. Scheiermann gelang es, in kurzer Zeit eine heiße Suppe und einen Schnaps für uns zu organisieren, so dass wir erstmal von innen gewärmt waren. Wir entschieden uns dann, den gemeinsamen Gottesdienst nicht in der Wallfahrtskapelle unten in der Schlucht zu feiern, sondern oben im Kloster. Mit einem Shuttle-Service von Andreas Klaukien und Christian Gawel kamen wir dann relativ zügig wieder im Kloster an. Auch hier war für mich wieder sehr beeindruckend, dass unsere Pilgergruppe das sehr gelassen hinnehmen konnte, so nach dem Motto: es ist wie es ist und wir machen das Beste daraus. Nach dem Trocknen holten wir dann den Gottesdienst nach und am Abend gab es noch eine Lobpreis – und Anbetungsstunde. Und wieder hieß es packen.

Mit dem Bus ging es zum Kloster Einsiedeln, dem größten Kloster in der Schweiz. Die Kinder gingen parallel zur Klosterführung in ein Bade-Paradies. Wir hatten eine geführte Besichtigung im Kloster mit für mich interessanten Gedanken und Vorstellungen. Am frühen Abend gelangten wir nach Luzern im Pfarrzentrum der Hofkirche, direkt am Vierwaldstätter See. Auch hier wurden wir wieder herzlich willkommen geheißen , feierten mit dem Pfarrer vor Ort, Rudi Beck, einen Gottesdienst und begannen beim gemeinsamen Abendbrot ein neues Abenteuer, denn wir wurden für die letzten beiden Nächte in Gastfamilien untergebracht. Es war natürlich sehr spannend, wo werde ich untergebracht sein, wie wird die Gastfamilie sein usw.? Aber sicherlich waren ähnliche Fragen auch bei den Luzernern: Wer kommt da, wie werden die sein usw.? Nach meinem Eindruck haben alle es gut getroffen und waren zufrieden. Nach einem Gottesdienst in der Kirche „Mariahilf“ und einem Stadtrundgang haben wir die Orgel und den Kirchenschatz in der Hofkirche besichtigt. Es war faszinierend, wie der Kirchenmusiker die Orgel spielte, wir waren alle sehr angetan. Am Abend gab es dann noch ein gemeinsames Abendessen und eine Begegnung mit diversen Gruppierungen in Luzern. Zurück in der Gastfamilie wurde noch etwas geklönt und der Tag klang ruhig aus. Unsere Gastfamilie war so nett und hat uns zu unserem letzten Treffpunkt gebracht, wo wir noch eine Abschlussrunde hatten und einen Abschlussgottesdienst feierten. Nach dem Mittagessen ging es dann in Richtung Bahnhof in den Zug. Fast ohne Panne kamen wir am frühen Sonntagmorgen in Bremerhaven an.

Was bleibt? Für mich war diese Reise auch ein Abenteuer. Viele Fragen stehen vorher im Raum, aber ich kann für mich sagen, mich erfüllt eine große Dankbarkeit. Dankbar bin ich über die herzliche Gastfreundschaft in der Schweiz, dankbar bin ich auch über die Impulse, die ich durch die Begegnungen bekommen habe, dankbar über die vielen schönen Eindrücke, sei es nun in der Stadtbesichtigung oder das Bergpanorama oder der See, dankbar bin ich aber auch über unsere Gemeinschaft, über die gegenseitige Rücksichtnahme zwischen Groß und Klein, über das „sich einlassen“ auf vielleicht Neues und Ungewohntes, über die Gelassenheit, wenn mal etwas nicht so läuft, wie es geplant war Und wie kann es weitergehen? In der Abschlussrunde haben wir Impulse gesammelt, vielleicht kommen wir bei unserem Nachtreffen am 24.11. in GM darüber ins Gespräch. Helene Stell