Katholische Präsenz im Stadtteil Wulsdorf

Seit zwei Jahren treffen sich im Gemeindehaus St. Nikolaus regelmäßig Flüchtlingsfamilien und zahlreiche einheimische „Betreuer“. Während die Integration der Migranten, hauptsächlich Syrer, sichtbare Fortschritte annimmt, sind die einheimischen Akteure und ihre Organisationen, ob kirchlich oder rein sozial, immer mehr vertraut miteinander geworden.

Seit zwei Jahren treffen sich im Gemeindehaus St. Nikolaus regelmäßig Flüchtlingsfamilien und zahlreiche einheimische „Betreuer“. Während die Integration der Migranten, hauptsächlich Syrer, sichtbare Fortschritte annimmt, sind die einheimischen Akteure und ihre Organisationen, ob kirchlich oder rein sozial, immer mehr vertraut miteinander geworden. Die Vertreter vom Kulturladen, des Förderwerkes, des AFZ (Arbeitförder-Zentrum), der Stäwog, der „Wohnung“ als städt. soziale Einrichtung oder der evangelischen Gemeinden in Wulsdorf schätzen immer wieder die Möglichkeit, sich „nahe am Quatier“ im angemessenen Rahmen zu treffen. Sie achten besonders die Tatsache, dass nach dem Abriss der St. Nikolauskirche das Gemeindehaus erhalten geblieben ist und als Treffpunkt genutzt werden kann. Auch personell ist unsere Gemeinde mit den Aktiven im Stadtteil vernetzt. Man kann davon sprechen, dass die Katholische Kirche vor Ort ohne Zweifel ein positives Image gewonnen hat. Dieses geht parallel mit einem gewissen Stolz über die soziale und städtebauliche Entwicklung im Quartier, die Akteure und Bewohner in gleicherweise erfasst hat. Das wird sachlich in einem Protokollbericht des letzten Treffens der „Akteure im Quatier“ unter Federführung von Martin Klenner von der Stäwog geschildert: „Das Quartier in Bremerhaven Wulsdorf im Bereich Sandfahrel, Krummenacker. Thunstraße und Ringstraße wird seit der Jahrtausendwende aus Mitteln der Sozialen Stadt gefördert. Die aus dem Barackenräumprogramm in den 1950er Jahren entstandenen Schlichtbauwohnungen besaßen erhöhten Sanierungsbedarf. Das Quartier hatte sich in den 1980/90er Jahren, der Zeit des Strukturwandels und starker Einwohnerverluste in Bremerhaven, zum Problemviertel entwickelt, denn Lehrstand, hoher Ausländeranteil, große Arbeitslosigkeit sowie mehrheitlich auf Transferleistungen angewiesene Mieter prägten das Viertel. So wurde entschieden, das Quartier zurückzubauen, Platz für Einfamilienhäuser zu schaffen um die soziale Mischung in der Bewohnerschaft zu verändern, die verbliebenen Häuser aber zu sanieren, ohne die dort teilweise seit Generationen lebenden Bewohner zu vertreiben und damit gewachsene soziale Strukturen und Identifikation mit dem eigenen Wohnumfeld zu zerstören. Durch die zusätzliche Ansiedlung der AWO Einrichtungen für junge Mütter (Hamme Lou) sowie Wohngemeinschaften für Demenzkranke (Anderland) und eine Tagespflege gilt dieses Viertel als ein erfolgreiches städtebauliches Modell mit schwierigen sozialen Strukturen, welches bundesweit Interesse hervorgerufen hat. Gerade in dieser Zeit der Veränderungen im Quartier gab es einen regen Austausch und eine enge Zusammenarbeit der verschiedenen Einrichtungen und Organisationen, die intensiv ein gutes Miteinander auch der Bewohner in diesem von verschiedenen Kulturen geprägten Umfeld mitgestalteten. Daran gilt es anzuknüpfen.“ Diakon Peter Sczesny